Montag, 18. Februar 2013

Der Löwe und der Mensch - Teil 2

...Bald fliege ich zurück, aber das muss ich noch einmal sehen. Eine solche Gelegenheit kehrt nicht wieder zurück. Diese Beobachtung muss ich einfach noch einmal erleben. Ich habe meine Kamera auf dem Stativ in Position gebracht und hinter dem Busch gut versteckt. Auch ich kann mich dahinter problemlos unsichtbar machen. Jetzt heißt es leise sein und nicht stören.

Es dauert nicht lange bis er erscheint. Der Löwe geht mit langsamen Schritten in Richtung Wasser, als hätte er alle Zeit der Welt. Ganz gemütlich spaziert er zum See, er hat keine Eile. Es ist auch sonst niemand in der Nähe, er hat keinen Grund nervös zu sein. Beim Wasser angekommen beugt er sich herunter und trinkt ein wenig. Dann dreht er sich langsam um und legt sich neben einem nahen Busch in den Schatten. Er hat mich nicht bemerkt.

Alleine diese Situation beobachten zu dürfen und ein paar schöne Bilder machen zu können hat etwas ganz Besonderes. Aber es ist nicht das worauf ich warte. Ich habe Zeit, kann es mir also gemütlich machen und abwarten. Als Fotograf lernt man oft mit Geduld auf eine schöne Aufnahme zu warten. Ich beobachte den Löwen, aber er sieht mich nicht. Er wirkt entspannt, ganz so als würde er sich absolut sicher fühlen und als existiere keine Gefahr für ihn. Ein wenig seltsam finde ich das schon, aber andererseits beruhigt es mich doch. ich habe nicht das Gefühl, der Löwe könnte mir gefährlich werden, obwohl ich nicht so weit entfernt bin. Es sind gute 70 Meter schätze ich.

"Da ist er wieder.", denke ich mir. Eine gute halbe Stunde ist vergangen. Endlich, mein Wunsch hat sich erfüllt und die Situation scheint sich zu wiederholen. Ein Mensch geht in Richtung See, ich beobachte ihn wie er in normalem Tempo näher kommt. Auch er scheint keine Eile zu haben, er wirkt auch sehr ruhig. Er muss den Löwen schon gesehen haben und trotzdem geht er auf ihn zu. Ich bin nicht beunruhigt, denn ich weiß schon was gleich geschehen wird. Es ist ein kleiner Mann, er trägt 4 Plastikkanister, welche er für das Wasser mitgenommen hat. Jeweils zwei davon sind links und rechts an einem langen Ast befestigt, welchen er auf seiner Schulter trägt.

Er kommt dem Löwen immer näher, beide zeigen keine Anzeichen von Unruhe. Beim Löwen angekommen, macht er bei ihm Halt. Er nimmt den Langen Ast mit den Plastikkanistern von den Schultern und legt ihn auf den Boden. Dann wendet er sich dem Löwen zu. Es geschieht tatsächlich, es war vorgestern kein Traum. Die beiden unterhalten sich...

Fortsetzung folgt...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen