Montag, 20. Mai 2013

Der Durchschnittsbürger und der Durchschnittspolitiker


Den Durchschnittsbürger gibt es ja nicht, jeder Mensch weiß das. Er ist eine Erfindung der Statistiker und Politiker und ist der Maßstab für Entscheidungen, die auf Regierungsebene für uns getroffen werden.

Aber wen es nicht gibt, den muss man natürlich erfinden. Also kreiert die Politik schlicht und einfach den unsichtbaren, nicht existierenden Durchschnittsbürger. Den stellt man dann in den Medien vor und gibt den Grund an, warum man gerade ihn für die Entscheidungen über alle Menschen gewählt hat. 

Wie sehen nun die Zutaten für den Durchschnittsbürger aus? Auf die richtigen Zutaten kommt es natürlich an:

Er hat ein Durchschnittsgehalt, eine durchschnittlich große Wohnung, vielleicht sogar ein durchschnittliches Auto, auf jeden Fall aber ein durchschnittliches Alter. Er kauft durchschnittliche Lebensmittel ein und gibt durchschnittlich einen gewissen Betrag für Weihnachtsgeschenke aus. Zum Beispiel verdient jemand € 5.000 und jemand € 1.000. Jemand wohnt auf 300 m² und ein Anderer auf 40 m². Jemand ist 90 Jahre alt, jemand ist 10. Der Durchschnittsbürger liegt bei diesen Berechnungen also immer in der Mitte.

Die Individualität ist tot, es lebe der Durchschnitt. Mir wird bei diesem Gedanken übel. Und mit diesen Durchschnitts-Statistiken arbeiten Politiker und andere Organisationen und treffen danach Entscheidungen? Was interessiert einen Menschen, der sich bei € 5,00 entscheiden muss ob er Toast, Schinken und Käse kauft um ein paar Tage zu Essen oder um sich für diesen Betrag sein Medikament aus der Apotheke holen soll, wie ein Durchschnittsbürger aussieht? 

Deshalb habe ich beschlossen, mir meinen persönlichen Durchschnittspolitiker zu kreieren. Den gibt es zwar auch nicht, das ist mir aber egal. Und so stelle ich ihn mir vor:

Der Durchschnittspolitiker lebt in einer Villa im schönsten Teil der Stadt, oder er hat eine Eigentumswohnung. Er ist so alt, dass er als Durchschnittsbürger schon längst in Pension gegangen wäre. Er interessiert sich für sich selbst, nicht für die Menschen. Die kennt er ja nicht. Er kauft keine billigen Lebensmittel, meistens geht er sogar auswärts Essen, oder lässt es sich kochen. Der Durchschnittspolitiker ist ein Märchenonkel bzw. eine Märchentante. Er nutzt seine Macht nicht zum Wohle der Menschen sondern für sich selbst. Er lebt eindeutig viel zu gut von unseren Steuergeldern. Gesetze machen sie zu ihrem eigenen Vorteil und zu unserem Nachteil. Der Durchschnittspolitiker hat außerdem keine eigene Meinung, sondern die seiner Partei.

Und fertig ist der Durchschnittspolitiker nach meinem eigenen Rezept. Hmmmm...ich hoffe ich habe nichts vergessen. Und selbst wenn würde er mir nicht besser schmecken...

Kommentare:

  1. Außerdem muss der Durchschnittspolitiker käuflich und natürlich auch korrupt sein ;)


    Knutsch N.

    Sleepless In Highheels

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, sowieso...das ist doch Bedingung. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung :-) ...wie ich dieses Wort hasse :-P
      lg
      Danny

      Löschen
  2. Ja... unbedingt. Ich unterschreibe das alles. Die Frage ist: Wann stehen wir auf und ändern was?

    Lg,
    Werner

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gute Frage Werner, wer macht vor allem einmal den Anfang? Deshalb schreibe ich darüber und hoffe dass ich einige Menschen dazu bringen kann über dieses Thema nachzudenken. Vielleicht hilft es ja.

      Die Menschen sind die einzigen, die etwas verändern können. Sie müssten sich nur für diese Sache einmal einig sein. Gute Frage wann das sein wird. Jedenfalls hoffe ich, dass es geschehen wird.

      LG
      Danny

      Löschen