Sonntag, 9. Juni 2013

Bildung oder Ausbildung?


Ich hatte dieses Thema zwar schon in meinen Posts erwähnt, es ist mir aber wichtig genug, noch einmal ausführlicher darüber zu schreiben.

Bildung und Ausbildung haben miteinander nichts zu tun. Im Gegenteil, es sind zwei entgegengesetzte Begriffe. Auch wenn man den Menschen einreden möchte, dass man sich mittels Ausbildung Wissen aneignen kann, stimmt das nur sehr bedingt. Meiner Meinung nach geht es hier um den Zweck der Bildung bzw. Ausbildung.

Man bietet den Menschen also Ausbildung um in der Gesellschaft nach den Regeln der Wirtschaft und der Politik funktionieren zu können. Man hat als Mensch den Zweck, als kleines Zahnrad für die große Gesellschaft einen Beitrag zu leisten. Das ist wichtig, damit die Maschinerie so läuft, wie die Mächtigen sich diese vorstellen. Unwichtig genug, um jederzeit durch ein anderes kleines Zahnrad ersetzt zu werden. Man kann sich so lange ausbilden und weiterbilden lassen wie man möchte, letztendlich kann uns der Arbeitgeber ersetzen wann er möchte.

Und noch ein großer Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung ist: Ausbildung kann auch umsonst sein. Bildung nicht.

Dazu muss ich sagen, viele Menschen sind mit der Arbeit zufrieden, die sie den ganzen Tag machen. Für diese ist eine Ausbildung auch genug. Jeder Mensch gestaltet sich sein Leben so wie er möchte. Es spricht nichts dagegen.

Bildung ist im Gegensatz zur Ausbildung eine unendliche Geschichte. Der Mensch hört nie auf sich zu bilden, sofern er das möchte. Es ist nicht ein Aneignen von Wissen um zu funktionieren. Es ist ein Lernen über das Leben und die Welt, über das Verständnis wie die Welt ist und wie sie funktioniert. Bildung  muss man selbst wollen und sich selbst auch beibringen, wenn man das will. Bildung ist nicht das Akzeptieren von verschiedenen Meinungen, es ist das Bilden einer eigenen Meinung zu diversen Themen. Bildung ist nicht nur mit Lernen, sondern ganz viel mit Denken verbunden. Durch Bildung ist man am richtigen Weg, die Welt so wie sie ist zu verstehen.

Ich habe mich lieber für die Bildung entschieden, spät aber doch. Es gibt keine Notwendigkeit, sich von anderen Menschen beurteilen zu lassen wie gut ich bin oder nicht. Das kann ich selbst. Jemand, der mich beurteilt, hat das selbst erst erlernen müssen und ist auch nur ein Mensch mit begrenztem Wissen, so wie ich.

Noch eine wichtige Sache bei der Bildung ist die, dass wir lernen wofür wir uns wirklich interessieren. Die Auswahl fällt hier natürlich viel größer aus. Bildung hat keine Grenzen, Ausbildung schon. Die Grenzen der Bildung setzen wir uns selbst, die Grenzen der Ausbildung bestimmen diejenigen, die uns die Ausbildung ermöglichen.

Ich bestimme also selbst was ich lerne und habe dazu auch noch mein ganzes Leben lang dafür Zeit. Das Ergebnis ist vielleicht, dass ich dann weiß wer ich bin. Das kann mir Ausbildung nicht geben.

Kommentare:

  1. Ein wirklich schöner Beitrag, der für mich sehr relevant ist, da ich gerade mein Abitur gemacht habe.

    Vielen Dank für deinen Kommentar :)

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    1. Hi, danke auch für deinen Kommentar.
      Dann gratuliere ich hiermit und hoffe dass du in deinem Leben genau das machst, was du auch möchtest. Egal wofür du dich entscheiden wirst, wenn du mit dir selbst zufrieden bist ist es auch ok. Für Bildung hast du dein ganzes Leben noch Zeit.
      LG
      Danny

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