Mittwoch, 21. August 2013

Zufriedenheit


Ach, wie schön kann das Leben sein. Wir können machen was wir wollen, Geld ist genug da. Also kaufen wir uns Dinge, die wir überhaupt nicht brauchen können, trotzdem aber haben wollen. Man möchte ja zeigen was man hat, dass man sich etwas leisten kann. Wir gehen Essen, Cocktails schlürfen und nutzen die Gelegenheit uns zu zeigen. Wer es sich nicht leisten kann, der bleibt zu Hause. Alle Anderen gehen raus und geben ihr Geld aus.

Alles was uns glücklich macht, ist erlaubt. Die Menschen sind schon so von Elektronik umgeben, dass sie die Menschen in ihrer Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen. Das gilt besonders für die Kinder, die schon mehr mit Elektronik aufwachsen, als mit ihren Freunden und Mitschülern. Tablet-PC´s, Gameboys, Mobiltelefone. All das hat schon beinahe jedes Kind. Von den Erwachsenen ganz zu schweigen.

Wenn man als Erwachsener etwas auf sich hält, dann zeigt man sich in der Öffentlichkeit meistens mit schönen Menschen. Alle sind glücklich, alle verstehen sich blendend. Wer ein großes Smartphone hat, sollte es auch zeigen. Ein Tablet-PC in der Öffentlichkeit zeigt auch dass man immer ein wenig Business-Man ist. Alle Menschen um einen herum müssen das Gefühl haben dass man begehrt ist.

Wer ein Auto hat ist ein Held, denn ein Fahrzeug ist Pflicht. Und wer keines hat der ist eben asozial oder zu dumm sich eines zu kaufen. Jeder kann sich ein Auto leisten, für die Menschen die keines haben gibt es höchstens Unverständnis. Mit Öffis zu fahren ist nicht en vogue. Das machen nur die, die kein Geld haben und wer gibt sich schon mit denen ab? Hätten sie etwas gelernt, dann hätten sie jetzt einen besseren Job und könnten sich ein Auto leisten. So ist das eben.

Danke für eure Geduld. Die Ironie in diesen Zeilen musste einfach sein. Ich muss gestehen, diese arroganten und möchtegern-wichtigen Menschen kann ich nicht ausstehen. Mir wird übel wenn ich sie sehe und mir vergeht mein ärmliches Bier. Jeder Mensch kann sein wie er ist, dagegen kann man nichts sagen. Warum aber belästigt man damit Menschen, die sich nicht wichtig vorkommen?

Eine Statistik behauptet, dass es 78,7 % der Österreicher gut geht. Sie geben eine hohe oder sogar sehr hohe Lebenszufriedenheit an. Es handelt sich hier um eine Statistik aus dem Vorjahr. Ich halte nichts von Statistiken, man weiß ja nie wer befragt wurde, wie viele Menschen es waren und wie die Fragen ausgesehen haben. Ich glaube nicht, dass ein Obdachloser oder ein Punk befragt wurden, wie es um ihre Lebenszufriedenheit steht.

Was ich nicht verstehe ist, wie es sein kann, dass es so viele arme Menschen in diesem Land gibt. Sind sie wirklich in der Minderheit? Oder sind Menschen, die nicht so viel Besitz haben auch zufrieden? Zufriedenheit ist nicht mit Besitz gleichzusetzen, auch wenn das viele Menschen immer noch denken.

Zufriedenheit kann man auch so definieren, dass man als Mensch mit sich selbst zufrieden ist. Man ist zufrieden, weil man mit Freunden und Familie eine schöne Zeit verbringen kann. Oder weil man einen schönen Tag hatte oder einen schönen Urlaub. Weil man das Leben genießen kann, ohne sich ständig etwas kaufen zu müssen.

Wenn so viele Menschen statistisch zufrieden sind, warum sehen dann die meisten Menschen nicht so aus? Warum kann ich es ihnen nicht ansehen? Die wenigsten Menschen, die mir tagsüber begegnen sehen zufrieden aus. Im Gegenteil, sie sehen aus als wären sie es nicht. Natürlich kann ich nicht in andere Menschen hinein sehen, aber würde man es nicht bemerken, wenn jemand glücklich und zufrieden ist? Ich denke schon.


Ich ziehe immer meinen imaginären Hut vor den Menschen, die es ganz von selbst geschafft haben zu Wohlstand zu kommen. Ich möchte aber zum Abschluss trotzdem noch erwähnen, dass es Menschen gibt, die sich ihren Wohlstand nicht zur Gänze selbst zu verdanken haben. Sie haben gewiss ihren Anteil daran, aber zum größten Teil hatten sie einfach nur Glück. Sie hatten Glück, in einem Land geboren worden zu sein, das nicht zur sogenannten Dritten Welt zählt. Ich kann diesen Begriff einfach nicht ausstehen, aber ich denke ihr versteht was ich meine. Sie hatten Glück Eltern zu haben, die die Möglichkeiten hatten ihre Kinder zu fördern und zu schulen. Alleine hätten sie es einfach nie geschafft, dort zu sein wo sie jetzt sind. Aber wer weiß, bei der nächsten Finanzkrise kann sich das Blatt wenden und man steht wieder mit beiden Beinen in der Realität…oder früher...

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