Sonntag, 1. September 2013

Die Kraft der Sprache



Sprache ist wichtig, keine Frage. Im Mittelpunkt steht immer das "Wie" und das "Wofür". Wie nutze ich meine Sprache anderen Menschen gegenüber und was will ich erreichen? Also, wofür verwende ich sie? Ich brauche sie ja nicht nur um mit mir selbst zu reden. Außerdem denke ich auch in einer Sprache. Sonst würde ich meine Gedanken nicht verstehen. Es gibt sehr viele auf dieser Welt, trotzdem sind die Menschen in der Lage sich in diversen Sprachen untereinander zu verständigen. Auch das sogenannte Reden mit Händen und Füßen gehört dazu. Es geht aber nicht nur um das was man sagen möchte, sondern auch wie man es sagt. 

Menschen starren sich nicht nur gegenseitig an. Ok, manche machen das. Mit Gedankenaustausch habe ich es nicht so, also spreche ich in einer Art, in der mich mein Gegenüber versteht, und er sagt es mir genau so wie ich es verstehe. Auf das Verhalten und den Ton kommt es natürlich auch an. Schließlich sind wir alle Hobbypsychologen und studieren auch das Verhalten anderer Menschen. Wie wüssten wir sonst, ob uns jemand wohlgesonnen ist? Jeder kann unerscheiden, ob das was man hört, positiv oder negativ ist.

Nun sehe ich auch dass es innerhalb einer Sprache mehrere Sprachen gibt. Es gibt zum Beispiel Menschen, die viel reden und nichts sagen (z.B. Politiker), es gibt solche die mit vielen Fremdwörtern um den heißen Brei reden (Vorgesetzte, Chefs) und es gibt uns normale Menschen, die jederzeit in der Lage sind, sich besser als alle Politiker und Wichtigtuer zu verständigen. 

Menschen mit Macht reden anders als wir, Manager und Bosse ebenfalls. Erwachsene reden anders als Jugendliche und diese wiederum anders als Kinder. Journalisten haben ebenfalls eine andere Sprache als wir. Die Unterschiede kann niemand leugnen, sie sind da. Die wenigsten unter uns werden genau so sprechen, wie es in einem Buch oder einer Zeitschrift abgedruckt wurde. 

Wir benötigen keine wichtigen Ausdrücke um zu zeigen, was wir rhetorisch drauf haben. Wie können ganz normal miteinander kommunizieren. Rhetorik und die Kunst sich gewählt auszudrücken, sind keine Form der Höflichkeit. Das kann man auch ohne nach Worten zu ringen. Ja, wir haben es auch so drauf. Und viel besser als jeder Rhetoriker wissen wir wie es möglich ist, ehrlich miteinander zu kommunizieren. Egal ob in der Schriftsprache oder im Dialekt. Dieser ist nämlich keine Form der Unbildung, wie man uns manchmal gerne glauben machen möchte. 

Für ein erfolgreiches Miteinander ist keine Rhetorik notwendig, auch keine Sprachwissenschaft. Wir verstehen uns auch so. Ob wir einem Menschen glauben oder nicht, entscheidet nicht die Kunst des Redens oder Überredens. Das entscheiden wir nach unserem Gefühl selbst. Und da spielen das bereits erwähnte Verhalten und der Ton eine große Rolle.

Ich bekomme schon mit, dass sich die Sprache im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, und sie verändert sich weiter. Die Jugendlichen haben ihre eigene Sprache, die sich den Erwachsenen möglichst nicht anpassen darf. Das ist auch gut so. Alles verändert sich und wir verändern uns mit. Bewusst oder unbewusst. Bei der Sprache wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bestimmt noch einiges verändern.

Trotzdem werden wir in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren. Und wir werden, so wie heute auch, keine besonders klugen und wichtigen Ausdrücke brauchen, um glaubwürdig und echt zu sein. Wir reden so wie wir immer reden. Und im Gegensatz zu denen die Rhetorik notwendig haben, wird man auch immer verstehen was wir sagen. Niemand hat ein Duden Wörterbuch im Hinterkopf wenn er mit einem Menschen spricht. Das machen wir nach Gefühl und das können wir gut. In der Sprache gibt es für uns keine Grenzen. Es ist alles erlaubt. Für diejenigen, die so lange Rhetorik gelernt haben gibt es Grenzen. Diese wurden ihnen gesetzt und sie setzen sich ihre sprachlichen Grenzen immer noch selbst. 

So wie wir reden so sind wir und bei den meisten Menschen ist das auch gut so...

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