Mittwoch, 4. September 2013

Gesellschaft - Nicht erwünscht?



Der Mensch ist so wie er ist, mal gut mal weniger gut. Mal böse mal ganz böse. Mal ist er gefühlvoll, dann wieder eiskalt. Alles dazwischen ist natürlich möglich. Die Menschen haben niemals nur ein Gesicht, sie haben ganz viele davon. Alle zusammen bilden sie nicht nur in ihrer Verschiedenheit eine Gesellschaft, jeder Mensch ist für sich selbst eine eigene komplette Gesellschaft. 

Vielleicht ist das der Grund, warum wir uns mit so vielen anderen Menschen verstehen und identifizieren können. Und andere Menschen natürlich auch mit uns. In vielen Situationen des Lebens sind wir uns mit anderen Menschen ähnlich, ob wir es wollen oder nicht. Wir machen das, was Andere auch machen. Wir gehen arbeiten, wie die meisten Menschen. Wir essen, leben, schlafen, lachen, weinen und suchen die Gesellschaft von anderen Menschen. Was das betrifft, sind wir wohl nichts Besonderes. 

Was wir leider sonst noch mit vielen anderen Menschen gleich haben, ist die Tatsache, dass wir nicht Jeden in unserer Gesellschaft haben wollen. Weder außerhalb noch innerhalb von uns selbst. Solche Situationen begegnen mir leider oft, deshalb möchte ich das hier erwähnen. Bestimmt hat es jeder Mensch schon einmal erlebt oder zumindest gesehen. 

Menschen mit Behinderungen werden seltsam oder gar nicht angesehen. Man meidet einfach den Blickkontakt oder macht einen Bogen um diese Menschen. Egal ob es sich um einen Rollstuhlfahrer, einen Menschen mit seltsamem Gang oder vielleicht jemandem mit einem fehlenden Körperteil handelt. Wir blicken weg und versuchen gar nicht daran zu denken. Die meisten Menschen meiden Obdachlose, Menschen die auf der Straße leben. Auch um sie macht man gerne einen großen Bogen. Punks, die einen um ein wenig Geld anschnorren. Einfach geradeaus schauen und bloß nicht antworten. Obwohl sie immer recht freundlich sind. 

Wie steht es mit farbigen Menschen, Asiaten oder überhaupt Ausländern? Besonders wenn sie sich nicht kleiden wie die meisten Menschen. Wenn sie laut telefonieren und in einer fremden Sprache miteinander kommunizieren? Es ist mir sehr oft aufgefallen, dass die Menschen nicht so darauf reagieren, als würde ihnen das gefallen. Es wird durchaus auch lautstark schlecht über die ausländischen Mitmenschen gesprochen. Nichts Gutes versteht sich. 

Wie sieht es mit jungen Menschen aus die sich wie Hippies kleiden. Daran haben sich vielleicht schon viele Menschen gewöhnt, trotzdem ist es noch immer für viele andere etwas abnormales. Es gibt noch viele weiter Beispiele, wer nicht in unsere Gesellschaft gehört.

Wer nicht so aussieht wie wir es für richtig halten und wer sich abseits der eigenen Norm benimmt, scheint nicht normal zu sein. Trotz aller Verschiedenartigkeit in unserer Gesellschaft haben wir etwas gegen sie. Mit unserer Gesellschaft stimmt etwas nicht, sie ist krank. Akzeptanz ist keine große Stärke der Menschen. Viele Kleinigkeiten können wir akzeptieren, warum nicht die Verschiedenartigkeit der Menschen.

Möchte ich wirklich, dass die meisten Menschen so sind wie ich? Mir ähnlich im Verhalten, der Bekleidung, den Gedanken und der Sprache? Möchte ich, dass in meiner Gesellschaft jede Menge gleichartiger Roboter leben, die kaum Unterschiede zu mir haben? Das würde mir ehrlich gesagt Angst machen.

Ohne diese anderen Menschen, die die Gesellschaft nicht so gerne hat, wüssten wir gar nicht wie gut es uns geht und wo wir selbst stehen. Wir wüssten nicht zu schätzen, zwei gesunde Beine zu haben, zwei Hände mit denen wir machen können was wir wollen. Woher wissen wir, was Armut wirklich bedeutet wenn wir nicht hungernde und obdachlose Menschen in den Städten sehen würden? Ohne Ausländer, die die meiste Drecksarbeit in diesem Land für uns erledigen, wer von uns selbst würde diese machen wollen? Wer würde für diesen Lohn überhaupt irgendwo arbeiten gehen? Wüssten wir ein gesundes Gehirn zu schätzen, wenn wir keine Menschen mit psychischen Störungen sehen würden? 

In uns selbst stecken auch wie schon beschrieben immer mehrere Persönlichkeiten. Wir sind auch nicht Tag für Tag gleich. Unsere Launen ändern sich, mal sind wir ruhig und mal werden wir laut. Dann sind wir wieder verständnisvoll und dann haben wir überhaupt kein Verständnis. Wir sind immer wieder anders. Wer jeden Tag immer gleich ist, der tut mir leid. Ich würde es gar nicht glauben. Denn jeder Tag ist anders und bietet uns andere Situationen, mit denen wir fertig werden müssen. 

Wenn wir schon diese Verschiedenartigkeit in uns selbst akzeptieren können, dann sollten wir auch in der Lage sein, diese Verschiedenartigkeit auch außerhalb von uns selbst zu akzeptieren. 

Kommentare:

  1. Hallo Danny,
    entschuldige wenn ich in letzter zeit kaum etwas unter deine posts kommentiere!
    aber momentan bin ich einfach nicht geschaffen für deine anspruchsvollen texte ;)
    aber ich verspreche dir sobald es mir in der hinsicht besser geht mir alle durch zu lesen die ich bisher nur überflogen habe!

    ganz liebe grüße

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    1. Hallo,
      das macht ja nichts. Wenn du Zeit hast kannst du sie lesen, wenn nicht macht´s auch nichts. :-)
      Es finden sich ja doch immer wieder Leute, die es lesen. :-)
      Liebe Grüße zurück.
      Danny

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    2. Ach ich glaube es lesen schon einige deine wunderbar ausführlichen Texte.

      Ganz liebe Grüße und hey schon fast Wochenende ;)

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  2. Danke für dein Kommentar.:)
    Interessanter Text.
    Liebe Grüße,
    Susan

    www.knallzart.blogspot.com

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    1. Gerne, und danke auch für deinen Kommentar :-)
      Deinen Licht & Schatten-Post finde ich ganz toll.
      Liebe Grüße zurück.
      Danny

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  3. Dass Vielfalt ein Privileg und keine Bedrohung ist, scheint vielen schwer begreifbar, was wirklich sehr schade ist. Ich war oft genug von unhöflichen Reaktionen aufgrund meiner Hautfarbe betroffen. Die Reaktionen auf meine Familienmitglieder oder Bekannte hast du mit deinem Absatz über Ausländer auch gut getroffen. Wieder einmal gibst du wichtige Anstöße zum Denken und zum Revidieren der eigenen Positionen und Meinungen.

    Der Umgang mit Behinderten oder Obdachlosen ist meiner Meinung nach nicht immer auf Diskriminierung sondern oft auf ein Unwissen bzw. einer Unbeholfenheit zurückzuführen. Oftmals möchte man sich bemühen möglichst "normal" und nicht mitleidig zu reagieren. Am Ende lässt sich diese fehlende Empathie am besten mit Ignoranz kompensieren. So ist es mir auch ergangen, bevor ich mein Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung absolviert habe.

    Ich finde es auch total schade, dass ich so wenig Zeit habe, um deine Texte zu lesen. Um 23 Uhr und Schlafmangel ist es gar nicht so einfach, etwas Sinnvolles zu schreiben. Deine Gedanken haben es jedoch verdient, dass man sie mit viel Aufmerksamkeit liest, um einen konstruktiven Beitrag zu schreiben. Ich versuch mein Bestes :)

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    1. Hi,
      ich freue mich immer wieder dich hier in meinen Kommentaren zu finden. :-D
      Meine Texte laufen ja nicht davon, du kannst sie lesen wann immer du Zeit hast, egal wann.
      Ich finde es schon ganz toll, wie du deine Meinung dazu einbringst. Genau das brauche ich hier, Menschen die sich ihre eigene Meinung zu diesen Texten bilden. So habe ich immer das Gefühl etwas richtig gemacht zu haben :-D
      Zum Thema Ausländer könnte ich noch viel schreiben, und da würde nicht viel Gutes dabei herauskommen. Ich hebe mir das aber für mein Buch auf.
      Dann hol mal deinen Schlaf nach und ich wünsche dir eine schöne Woche.
      Liebe Grüße

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