Donnerstag, 17. Juli 2014

Die Tür des Käfigs ist offen


Alle Sorgen nur auf Morgen! Sorgen sind für Morgen gut (Johann Wolfgang von Goethe). Ähnliche und viele andere Sprüche stehen auf einem Kalender. Beim Lesen motivierend, danach gleich wieder egal. Aber vielleicht hilft es ja, wenn ich es mir vor dem Schlafen gehen durchlese.

Die Sorgen auf Morgen zu verschieben bringt mir nur etwas, wenn ich diese Sorgen morgen auf übermorgen verschiebe, und übermorgen wieder auf den nächsten Tag und so weiter. Sorgen sind immer in irgendeiner Art mit Angst verbunden. Und ich kann weder Sorgen noch Angst brauchen. Es ist, als würde man in einem Käfig sitzen und die Tür ist offen. Ich kann jederzeit raus, aber in Gedanken kann ich das nicht. Oder man sitzt in einem Käfig, hat die Tür zugesperrt und den Schlüssel in der Hand. Man weiß, dass man raus kann, aber die Gedanken lassen einen nicht.

Angst ist ein gutes Kontrollwerkzeug, für jeden der etwas von uns möchte. Für Vorgesetzte, für Politiker, für Geistliche, aber auch für jeden anderen Menschen, der einen für seine eigenen Zwecke ausnützen möchte. Man wird immer wieder von der Angst begleitet, dass man den Job verlieren könnte. Also muss man folgen. Vielleicht hat man auch Angst, die Wohnung zu verlieren, wenn man diese nicht bezahlt. Oder die kleinen Ängste des Tages, die uns begleiten, wie zum Beispiel die Angst, bei einer roten Ampel nicht stehen zu bleiben, die Angst überfahren zu werden oder die Angst, einen Bus zu verpassen, zu spät in der Arbeit anzukommen. Da gibt es noch sehr viele andere kleine und große Ängste wie, einen Menschen verlieren zu können, Angst vor Neubeginn oder vor dem Scheitern im Leben. 

Man könnte die Liste endlos weiterführen, ich glaube, hier kann sich jeder von euch seine eigene Liste von großen und kleinen Ängsten machen. Viele fallen im Alltag gar nicht so auf, weil sie einfach alltäglich geworden sind und wir mit ihnen so leben, als würden sie ganz selbstverständlich zu uns gehören. Es ist in der heutigen Zeit schwer, ohne Angst zu leben. Man kann es aber versuchen. Eine gesunde Portion Angst davor, es könnte einem etwas geschehen ist sicher ganz gut. Man möchte ja nicht verletzt werden oder gar drauf gehen wenn man nicht achtet. Aber was ist mit vielen anderen Ängsten, die wir zwar haben, aber nichts geschieht wenn wir diese nicht haben? 

Was soll geschehen, wenn wir einen Bus verpassen? Nichts, es kommt ein anderer. Warum laufen dann trotzdem so viele Menschen dem Bus nach und ärgern sich maßlos, wenn sie ihn nicht erwischen? Was geschieht, wenn wir zu spät zur Arbeit kommen? Nichts, dann sind wir eben zu spät dran. Es wird nicht das erste und nicht das letzte Mal sein. Dafür, dass ich so oft pünktlich war, habe ich noch nie ein Lob oder einen Orden bekommen. Bei einer roten Ampel bleibe ich einfach immer stehen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was wäre wenn ich es nicht mache. Wenn ich einen Job verliere, wird wieder ein anderer kommen. Neuer Arbeitsplatz, neues Glück. Veränderungen tun gut. 

Es lebt sich leichter, wenn man seine großen Ängste überwindet und mal versucht, sein Leben neu zu ordnen und ihm eine neue oder veränderte Richtung zu geben. Man wird ruhig und besonnen. Man hat auf einmal viel mehr Zeit. Unglaublich, wie viele schöne Dinge in einen ganzen Tag passen. Mit den kleinen und großen Ängsten im Hinterkopf waren die Tage sehr viel kürzer. Den Käfig habe ich schon längst abgelegt, lange genug habe ich ihn mit mir herum getragen. Auch wenn ich immer Herr des Schlüssels war oder die Türe offen stand, irgendwie habe ich mich immer wieder darin befunden. Manchmal bewusst, dann wieder unbewusst. 

Es liegt nicht immer an uns, rundherum versucht man den Menschen in der Gesellschaft so gut es geht unter Kontrolle zu halten. Am besten funktioniert das mit Angst und Geld. Das schafft Abhängigkeit. Wenn man einmal weiß, was man wirklich möchte und im Stande ist, sein Leben selbst zu gestalten, dann können andere Menschen auch keinen Einfluss mehr auf uns nehmen, jedenfalls keinen negativen. Wenn ich weiß, was ich will, dann kann mich auch niemand mehr zu etwas Anderem überreden. Also entziehe ich mich der Angst und der Kontrolle, indem ich mich mit mir selbst beschäftige und mein Leben selbst gestalte. Menschen, die einen mögen, gehen da immer mit...Menschen, die sich nur für sich selbst interessieren, werden sich mit der Zeit selbst entfernen...mal wieder was zum Nachdenken...wer möchte :-)


Kommentare:

  1. Hallo Danny,

    ein guter Post. ich lese gerne auch mal was zum Nachdenken. Obwohl so wirklich Angst... so richtig dolle, so mit Herzklopfen und feuchten Händen hab ich selten. Eigentlich nur wenn es um meine Kinder geht. Ich hatte wohl viel Glück im Leben. Dafür bin ich echt dankbar. Auch ein gutes Thema zum Nachdenken... :-)

    Liebe Grüße aus Berlin
    Braveheart Doreen ;-)

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    1. Hey Doreen,
      Dankeschön :-) So soll es auch sein, das Leben soll ja nicht von Angst bestimmt sein, es ist gut einmal darüber nachzudenken. Wenn es um die Kinder geht, dann ist das jedem Menschen klar, denke ich. Auch denen, die keine Kinder haben :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  2. Hey, auch ich treibe mich mal wieder in Bloggerkreisen herum ... und ich muss sagen, wow, dein Blog hat sich echt gemacht! ;)
    Schön, mal wieder deine Posts zu lesen, die ohne zu suggestiv zu sein, immer wieder zum Nachdenken anregen. Auch deinen Stil lese ich jetzt noch lieber als früher!
    Sowas nur mal am Rande, alles liebe!

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    1. Hey,
      schön, dass du wieder da bist. Habe immer gerne bei dir gelesen, ich freue mich, dass du wieder postest. Muss dann gleich mal in deinen Blog gucken :-)
      Ob ich einen Stil habe weiß ich nicht so genau, aber ich schreibe immer wieder gerne meine Gedanken auf und teile diese. Wenn ich Menschen einen kleinen Anstoß geben kann, über sich selbst ein wenig nachzudenken, dann hat es sich schon gelohnt. :-)
      Danke für das Kompliment. Freue mich darüber :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  3. Lieber Danny,
    eine gewisse Angst schlummert unterbewußt wohl in jedem, aber ich versuche Probleme erst dann zu lösen, wenn sie wirklich da sind und mich nicht schon vorher verrückt zu machen, bzw. Angst zu haben. Bei jedem gibt es Höhen und Tiefen, aber wenn man an sich selbst glaubt, geht es doch immer irgendwie weiter...
    Besonders wahr, fand ich deinen letzten Satz...das hat sich in meinem Leben schon oft bewahrheitet!
    Schöner Post!

    Wünsche dir ein schönes Wochenende
    und liebe Grüße
    Petra

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    1. Hey Petra,
      interessantes Thema, ich wusste erst nicht ob ich es posten soll. Dann habe ich mich doch dafür entschieden, weil es ja trotzdem Teil des Leben ist, ob man möchte oder nicht. Auch dein Kommentar betrifft mich voll und ganz, Höhen und Tiefen so viel man will (oder nicht :-) ) und trotzdem steht man immer wieder auf und es geht weiter. Und das schöne daran ist, es ist gar nicht schwer, im Gegenteil.
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, ich freue mich immer riesig darüber. :-)
      Liebe Grüße und auch dir ein schönes Wochenende.

      Danny

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  4. Hallo Danny,
    ich melde mich mal wieder bei dir ..:)
    Wie immer ein schöner Post.
    LG Sabrina :) *

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    1. Hey Sabrina,
      Dankeschön. Wünsche dir einen schönen Sonntag. :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  5. ...Daran sich der Angst und Kontrolle zu entziehen, muss ich noch schwer arbeiten :-)

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    1. Das müssen wir alle...immer und immer wieder :-)
      Schönen Sonntag wünsche ich dir.
      Liebe Grüße
      Danny

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