Sonntag, 3. August 2014

Die Ruhe und das Gespräch


Die Menschen scheinen sehr ähnlich zu sein und doch sind sie alle so verschieden. Alle haben einen Kopf, Haare, Hände, Beine, Augen, Nase und Mund. Auch wenn man oft glaubt, sich hier zu unterscheiden (Menschen sehen gut aus oder auch nicht, oder sie glauben gut auszusehen oder nicht), die richtig großen Unterschiede befinden sich im Kopf.  Wir unterscheiden uns durch das was wir denken und was wir machen, wie wir uns verhalten. Wir unterscheiden uns auch sehr darin, wie wir uns anderen Menschen gegenüber verhalten.

Wie unterschiedlich wir sind, sehen wir jeden Tag. In der Familie, bei Freunden, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Plätzen. Vorausgesetzt natürlich, wir machen uns auch darüber Gedanken. Denn oft habe ich das Gefühl, dass sich Menschen keine Gedanken über andere Menschen oder sich selbst machen. Auch fehlt die Zeit zum Denken. In der Früh muss alles schnell gehen, am Arbeitsplatz bleibt auch nicht viel Zeit für Privates und wenn man nach Hause kommt, ist der Abend leider auch sehr kurz. Man nimmt uns die Zeit, die wir für uns selbst und die Menschen, die wir lieben, brauchen.

Was fehlt ist Ruhe. Einfach mal abschalten und den Gedanken, Träumereien und Phantasien freien Lauf lassen. Nicht nur für Minuten oder Stunden, sondern für Wochen oder Monate. Wenn man Zeit zu Denken hat, dann kommt man auch darauf, was man mit seinem Leben sonst noch machen könnte. Zum Beispiel etwas, was einem wirklich Spaß macht und einem gut tut. Dinge, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern und angenehme Gefühle entstehen lassen. Das wird einem bei der Arbeit und bei Stress nicht geschehen. Zeit für sich selbst, das ist etwas Elementares, etwas, das jedem Menschen zusteht. Wir haben ein Recht darauf, allerdings wird uns das Recht auf Ruhe und Zeit niemand schenken, das müssen wir uns schon selbst nehmen. Das Leben besteht eben nicht nur darin, ständig etwas zu machen um produktiv zu sein. Es besteht auch im Genießen, auch wenn uns viele Menschen oder Medien etwas anderes einreden möchten.

Unter Zeitmangel leiden oft auch interessante Gespräche mit interessanten Menschen. Wenn man sich einmal so richtig intensiv und stressfrei unterhalten möchte (ohne auf die Uhr zu schauen), muss man sich die Zeit dafür einfach nehmen. Gespräche haben eigentlich kein Zeitlimit. Das Gespräch ist nicht einfach zu einer bestimmten Uhrzeit zu Ende. Es dauert eben so lange, wie es dauert. Es kann sich um ein bestimmtes Thema handeln, aber es weicht auch immer wieder davon ab. Ein Gespräch gehört zu den vielseitigsten Dingen, die ich kenne. Da sind immer Emotionen dabei, die Leben in ein Gespräch bringen und es interessant machen. Man lacht, man ist ernst, viele Gefühle dürfen da mitspielen.

Gehört es nicht zu den wunderbaren Dingen im Leben, sich mit anderen Menschen auszutauschen? Ich liebe es, ganz besonders wenn Unterhaltungen lange dauern. Es ist fast, wie ein Buch zu lesen. Man erfährt etwas über andere Menschen und vielleicht auch etwas Neues über sich selbst. Und man hat die Möglichkeit, sich einzubringen und man fühlt sich gut, wenn einem andere Menschen zuhören und mitdiskutieren. Zeit für sich selbst und für andere Menschen zu haben sollte kein Luxus sein, den wir uns hin und wieder gönnen. Dafür sollten wir uns viel Zeit nehmen finde ich. Stattdessen halten wir Ruhe und Gespräche so kurz wie möglich, um sonst nichts zu verpassen. Die Gesellschaft möchte ja, dass wir produktiv sind. Alles andere wird für Faulheit gehalten. Aber es ist keine Faulheit, es ist Vergnügen. Deshalb muss man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man sich Zeit für die Dinge im Leben nimmt, die einem gut tun. Und dazu gehören eben auch Ruhe und gute Gespräche…

Kommentare:

  1. Bis auf das Fragezeichen im letzten Absatz - ich mag keine rhetorischen Stilmittel, verwende sie aber trotzdem zu Haufe (man muss sich mit dem Feind arrangieren) 8-) - treffend auf den Punkt gebracht. Und es kommt mir in der Tat so vor als würden zeitunabhängige und tiefgreifende Gespräche in unser Welt immer mehr zur Seltenheit werden statt ein Teil des Tages zu sein.

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  2. Hallo,
    Dankeschön für deinen Kommentar. :-) Das Fragezeichen hat keine rhetorische Bedeutung. Es ist einfach nur ein Fragezeichen. Mehr nicht. Von Rhetorik halte auch ich nichts, da diese nur zur Manipulation von anderen Menschen verwendet wird. Vielleicht mal nur etwas zum Nachdenken, wofür viel Zeit drauf geht und wofür man sie verwenden könnte.
    Liebe Grüße
    Danny

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    1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    2. Man sollte so spät am Abend nicht kommentieren, der zweite Gratulations-Kommi-Versuch...
      Du bist mit diesem Blogpost bei mir 'nominiert' für die 'Belohnungsaktion' "TOP-5-POSTer"
      Kuckst du hier

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    3. Hey,
      per E-Mail sind beide Kommentare bei mir angekommen. Aber ich hatte auch schon das Problem, dass ich einen Kommentar nicht mehr gefunden habe, der dann bei meiner Bloggerkollegin doppelt stand. :-)
      Ich bedanke mich vielmals, schon alleine dafür, dass du bei mir liest und immer wieder kommentierst. Ein Top-5-Poster zu sein ist schon eine große Ehre. Dankeschön :-D
      Liebe Grüße
      Danny

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  3. Lieber Danny,
    so nun komme ich endlich dazu hier zu kommentieren - ja, die liebe Zeit! Gelesen habe ich deinen Post schon vor Tagen und habe auch seitdem darüber nachgedacht...bin dann aber durch alltägliche Dinge beim Antworten gestört worden. Über andere Menschen mache ich mir ziemlich oft Gedanken und versuche auch dem ein oder anderen in seiner Situation dadurch zu helfen. Am meisten aber rede ich mit meiner Tochter darüber und oft lassen wir alles stehen und liegen (soweit das eben möglich ist) und "verquatschen" uns miteinander. Da kann es schon mal vorkommen, dass wir plötzlich merken, dass es schon 2.00 Uhr in der Nacht ist, wenn wir wieder ein nicht endendes Thema haben - ein gutes Gespräch eben...Dafür bin ich sehr dankbar.
    In letzter Zeit versuche ich auch für mich etwas mehr Ruhe zu haben, das ist ganz schön schwierig, da immer irgendjemand etwas von einem will. Ich bin zwar gerne für die Familie da, denke aber manchmal, das können die jetzt auch mal alleine und nehme mir die Zeit, einfach nicht da zu sein. Und es tut gut, man ist danach wieder ein ganz anderer Mensch und viel ausgeglichener.
    ...und das wünsche ich dir auch, Zeit und Ruhe zum Nachdenken und gute Gespräche...

    Liebe Grüße
    Petra

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    1. Hallo Petra,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar. :-)
      Es ist ganz normal, auch bei mir ist es nicht anders, dass einem immer wieder die Zeit für das Bloggen, Lesen oder Kommentieren fehlt. Ich nütze gerade das schöne Wetter um viel draußen zu sein. So bin ich nur morgens und abends zu Hause.
      Genau das meine ich, wenn man sich Zeit für Ruhe nimmt, dann hat man auch viel Zeit dafür, Nachzudenken...über sich selbst und irgendwie lösen sich dadurch viele Dinge ganz von selbst. Ich liebe auch lange Unterhaltungen, mit verschiedenen Menschen, die alle eine ganz eigene Geschichte über sich selbst zu erzählen haben. Natürlich erzähle ich auch gerne über mich. Das sind die Momente, wo ich gerne alles um mich herum vergesse, alle Sorgen, alle Probleme und alle Ängste. Da geht es mir richtig gut...bei viel Ruhe und langen Gesprächen. :-)
      Ich wünsche auch dir viel Zeit und Ruhe, die langen Gespräche mit deiner Tochter hast du ja schon :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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