Freitag, 5. September 2014

Fremde Welten


Meine Welt ist für einen Menschen der mich nicht kennt, eine fremde Welt. Die Welt eines mir fremden Menschen ist für mich eine fremde Welt. Wir haben alle um uns herum eine kleine Welt geschaffen, mit Familie, Freunden, Kollegen und Bekannten. Sie gehören genauso dazu, wie unsere Gedanken, unsere Handlungen und unsere Emotionen. In allen von uns steckt eine ganze Welt. Der Mensch ist an Vielseitigkeit einfach grenzenlos. 

Ich frage mich immer wieder, wie viele Menschen mich und meine Welt wirklich kennen. Und wenn sie sie kennen, verstehen sie sie auch oder akzeptieren sie mich einfach nur so wie ich bin. Mit beiden Varianten bin ich einverstanden. Es ist gut, so akzeptiert zu werden wie man ist und sich nicht für jede Kleinigkeit belehren zu lassen. Schön, wenn man sich nicht anhören muss, was andere alles besser machen würden, besser können und besser wissen. Man sieht, akzeptiert zu werden ist gar nicht so einfach.

Es sind aber denke ich nur sehr wenige Menschen, die mich wirklich verstehen. Vor allem die Menschen, die sich die Mühe machen, mich zu verstehen. Es gibt ja auch Menschen, die immer verstanden werden möchten, es aber nicht für notwendig halten, jemand anderen außer sich selbst zu verstehen. Verständnis und Akzeptanz beruht immer auf Gegenseitigkeit. Niemand hat diese Eigenschaften patentiert und ein alleiniges Anrecht darauf.

Ich weiß vielleicht nicht genau, wie die Welt vieler Menschen aussieht. Aber sie muss so richtig verwirrend sein. Niemand kennt die ganze Geschichte eines Menschen, hat nicht alle Hochs und Tiefs mitgemacht und sich immer mitgefreut oder mitgelitten. Man mag viele Eigenschaften, Gefühle und Gedanken eines nahe stehenden Menschen kennen, aber bestimmt nicht alle. Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, niemand teilt alle Gedanken mit anderen Menschen. Entweder möchte man sie nicht belasten oder einfach nur manches für sich selbst behalten, weil man es einfach für besser und leichter hält.

Was sich an der Oberfläche unserer eigenen Erdkugel zeigt, können die Menschen sehen. Es ist der Blick aus dem Weltall, den die anderen Menschen sehen können. Um uns besser kennen zu lernen, muss man auf die Erde hinabsteigen und sich alles ganz genau ansehen. Was sich allerdings unter der Meeresoberfläche befindet, sieht niemand. Manches möchten wir zeigen, anderes wieder lassen wir lieber dort, wo es niemand finden kann. 

Und mir selbst geht es genauso mit anderen Menschen. Viele Welten, die ich sehe, will ich diesen Menschen besser kennen, muss ich diese Welt betreten und mich interessieren. Ob ich diese Welt wirklich gut erkunden kann, hängt davon ab, was mir dieser andere Mensch von seiner Welt zeigen möchte.

Einiges wird aber immer fremd bleiben, so wie bei uns selbst immer ein Teil fremd bleiben wird...vielleicht erkunden wir lieber einmal unsere eigene Welt und versuchen diese zu verstehen...es kostet uns nur ein wenig Zeit...

Kommentare:

  1. Deine Gedanken sind ein interessanter Ansatz. Vielleicht könntest du das Thema ja noch mal ausbauen?`Ich lese sowas sehr gerne :) und hatte auch schon ähnliche Gedanken. Wenn ich über das Leben und die millionen Gedanken eines einzelnen fremden Menschen nachdenke und dann darüber, wie viele Menschen es gibt, die jeweils ihre individuellen Gedanken haben, komme ich mir auf einmal so unbedeutend vor. Wie in einem Ameisenhaufen.

    Das Bild dazu passt auch irgendwie wunderbar zu dem Text. Es strahlt so eine Ruhe aus und zieht einen durch die ganzen Details in seinen Bann. Ist das deine Wohnung? Sie sieht jedenfalls wunderschön aus.

    Liebe Grüße

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    1. Hi,
      Dankeschön fürs Lesen und für deinen Kommentar. :-)
      Das Thema könnte man auf jeden Fall noch ausbauen, ich achte allerdings darauf, dass ich nicht zu viel schreibe und meine lieben Bloggerkolleginnen und -kollegen sich Gedanken dazu über sich selbst machen. Ich finde es schön, wenn meine Gedanken auch ein Denkansatz für andere Menschen sind, über sich selbst nachzudenken. Kann ja nicht schaden.

      So etwa sieht es tatsächlich aus, unsere Gedanken sind nur ein winziger Teil dieser ganzen Welt. Allerdings ist unsere eigene Welt eine ganz große und unsere Gedanken haben für uns auch eine ganz große Bedeutung. Dann sind sie wieder nicht so klein. :-)
      Ach ja...schön wär´s wenn es meine Wohnung wäre. Große Fenster, Parkettboden...fast wie ein Künstleratelier. Leider ist es nicht meine Wohnung, ich könnte aber ein großes Atelier ganz gut brauchen, nebenbei male und zeichne ich auch gern. :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  2. Viele Menschen möchten aus irgendwelchen Gründen nicht hinter die Fassade blicken...es kümmert sie nicht, was dahinter wirklich steckt..und so zählt der erste Eindruck. Aber dieser reicht nicht, um einen Menschen kennen zu lernen, wissen wie er wirklich ist............

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    1. Hey Anna,
      es stimmt, es kümmert die Menschen oft nicht, was hinter anderen Menschen steckt. Die meisten von ihnen gibt es zwar auf der Welt, aber sie sind nicht so richtig Teil unseres Lebens. Deshalb kümmern wir uns auch nicht um sie.
      Wenn man aber jemanden besser kennen möchte, dann muss man sich in seine Welt wagen. Sollte man auch. Sonst kann man nicht von kennen sprechen. Der erste Eindruck ist immer ein Glückstreffer finde ich, auch wenn sich Menschen oft damit rühmen, es gewusst zu haben. Sie hatten einfach nur Glück, in Wirklichkeit wissen sie nichts. Ohne mit einem Menschen einmal gesprochen zu haben oder ihm zugehört zu haben, gibt es kein Kennen...denke ich mal. :-)
      Ganz liebe Grüße
      Danny

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  3. Hallo Danny,
    da hast du mich mit diesem Post auch wieder sofort zum Nachdenken gebracht...vor allem würde mich interessieren, wie andere Menschen meine Welt sehen. Oft mache ich mir auch Gedanken über das Denken und Handeln anderer Leute und versuche mich in deren Welt hinein zu versetzen... auf jeden Fall wäre das wieder ein Thema für ein ausgiebiges gutes Gespräch bzw. Diskussion.

    Liebe Grüße
    Petra

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    1. Hey Petra,
      jeder Mensch gibt nur das von sich selbst preis, was er auch möchte. Alles andere behält er für sich. Natürlich ist es interessant, was Menschen über mich denken, also die Menschen, die mich auch wirklich kennen. Ein Teil von uns wird für andere Menschen immer fremd bleiben, so wie auch ein Teil von anderen Menschen für uns immer fremd bleiben wird. Ich weiß eben doch nicht alles, was ich glaube zu wissen. Es steckt immer mehr dahinter ;-)
      Liebe Grüße
      Danny

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