Dienstag, 23. September 2014

Immer, Alles, Unbegrenzt


Immer wieder muss ich feststellen, wie klein und eng die Welt mancher Menschen ist. Und ich frage mich, warum man das nicht verstehen kann, dass es anderen Menschen nicht genau so geht, wie einem selbst. Unterschiede gibt es, das ist doch ganz normal. Die einen können sich viel leisten, andere Menschen fast gar nichts. 

Die Gesellschaft ist aber leider eine riesengroße Wegwerfgesellschaft, vor allem wirft man Geld weg. Man hat ja genug davon und es ist auch kein Problem, das allen Anderen zu zeigen. Man kann es sich leisten, immer wieder Essen zu gehen oder auf einen Cocktail, dann wieder auf einen großen Eisbecher. In einem großen Modekaufhaus einkaufen? Gar kein Problem. Neue Zähne um tausende von Euro, vielleicht ein Auto oder Reisen? Natürlich kann man es sich leisten, am besten erzählt man auch anderen Menschen davon, damit sie mitbekommen wie gut es einem geht. Nicht jeder Mensch gibt damit an, das ist klar. Aber man merkt, wenn es so ist. Angeber kann man immer von den anderen unterscheiden. 

Was ist mit den Menschen, die sich das alles nicht leisten können? Andere Leute kaufen ihre Klamotten in einem Billigladen, schauen darauf, dass die Lebensmittel möglichst billig sind, damit sie im Monat auch damit auskommen können. Gesund müssen sie nicht sein, überleben muss man damit können. Neue Zähne können nur die billigsten sein, wenn überhaupt. Von einem Auto reden wir gar nicht, die kann man sich im Vorbeifahren ansehen, eine Reise kann man sich auf einem Plakat vor dem Reisebüro oder im Internet ansehen, mehr ist nicht drin. 

Viele Menschen sind arbeitslos oder haben eine kleine Pension. Sie kommen gerade mal so über die Runden, aber mir kommt es oft so vor, als würde das niemand verstehen. Man fragt sich allgemein, wie man so ohne Geld leben kann. Die Arbeitslosen müssen eben arbeiten gehen wenn sie etwas haben wollen, aber woher nehmen sie die Arbeit? Woher ein PC für Bewerbungen, ein Hemd und eine elegante Hose vielleicht für ein Vorstellungsgespräch? Es gibt auch Unternehmen, die lieber noch weniger Lohn oder Gehalt bezahlen wollen, als das Arbeitsamt zahlt. Dann hat man ja logischerweise noch weniger. Auch nicht so toll würde ich sagen.

Auch wenn die Welt voller Möglichkeiten steckt, sind für viele Menschen diese Möglichkeiten sehr beschränkt. Es ist leichter gesagt als getan, etwas für sich selbst zu tun, wenn man schon öfter auf die Nase gefallen ist. Konversationen wie diese kenne ich auch:
Diesen Monat werde ich nicht auswärts essen gehen, ich muss mal ein wenig einsparen.
Warum nicht, was machst du denn mit dem ganzen Geld? Hast du denn in deinem Leben nichts gespart?
Nein, ich habe gelebt und nicht gespart. Ich habe mein Geld für das ausgegeben, war mir Spaß gemacht hat. 

Dann frage ich mich, welches ganze Geld eigentlich? Da ist nicht viel und die Rechnungen fressen eben viel davon auf. Das Leben ist teuer, man muss also auch mal zurückstecken. Und das ist genau das, wo man bei anderen Menschen auf Unverständnis stößt. Denn man hat immer alles unbegrenzt. Geld ist immer da, zu jeder Zeit und man kann es unbegrenzt ausgeben. Aber das ist nicht wahr. Manche Menschen haben große Ausgaben, andere wieder kleine. Manche Menschen sparen gerne für später, andere wieder leben gerne ihr Leben jetzt weil sie nicht wissen, ob sie morgen noch etwas davon haben werden.

Unternehmen zahlen nur so viel, damit man gerade mal davon leben kann und nächsten Monat wieder in die Arbeit kommen MUSS. Das Arbeitsamt zahlt nur so viel, damit man irgendwie damit ÜBERLEBEN kann und nicht auf die Idee kommt, sich auf den paar Euro auszuruhen. Eigentlich lächerlich. 

Vielleicht muss man einfach froh sein dass es einem nicht so geht wie Menschen, die wirklich jeden Euro umdrehen müssen. Menschen, die sich überlegen, ob sie sich Toastbrot und Schinken oder ihr Medikament kaufen sollen, das sie dringend brauchen. Alles eine Frage des Geldes. Man muss ja nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die nicht so leben können wie viele von uns. Wir sollten aber wissen, dass es sie gibt. Für sie ändert sich nichts, wenn wir ihre Situation verstehen, auch wenn wir es nicht verstehen. Es ist nicht notwendig, den Menschen vorzuwerfen, das sie selbst daran schuld wären, wenn sie nichts haben. Einfach hoffen, dass es einen nicht selbst trifft, genügt schon...

Kommentare:

  1. Oh, das ist sehr weise geschrieben, Respekt. Wir gehören auch zu jenen, die es nicht so dicke haben. Und soll ich Euch etwas sagen? Wir fühlen uns REICH!. Wir haben uns, sind glücklich und zufrieden. Wir haben jeden Tag etwas zu essen, weil wir Alternativen suchen zu allem, was Andere meinen, unbedingt haben zu müssen. Für die notwendigsten Pflichtausgaben muss das Geld reichen. Für alles andere gibt es Alternativen, die ich mir nie zuvor hätte träumen lassen, ich habe sie einfach gesucht. Und wie findet man Alternativen? Einfach, indem man sich etwas ganz wichtiges vor Augen führt: "Entsagen öffnet die Augen für das Wesentliche". Und das Wesentliche macht glücklich, das Wesentliche zeigt uns den Sinn des Lebens. Und genau diesen Sinn des Lebens suchen Manche ihr ganzes Leben lang vergeblich und fragen sich, warum sie ihn nicht finden. Weil sie den Blick darauf mit sogenanntem Luxus verbarrikadiert haben.

    LG Petra K.

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    1. Hey Petra,
      wie man sieht, steht der Kreativität nichts im Wege wenn man erst mal Zeit zum leben hat. Man ist dann offen für Möglichkeiten und legt die Scheuklappen ab. Da bekommt das Wort Vielseitigkeit eine ganz andere Bedeutung. Abgesehen davon finde ich, wird man ruhiger und angenehmer und hat auch einen besseren Umgang mit Menschen. Umgekehrt funktioniert das nicht immer so, aber damit kann man leben. :-)
      Liebe Grüße und vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
      Danny

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  2. Das hast du wieder toll zum Denken angeregt. Besonders bei der "Schuldfrage" (die es ja für mich nicht gibt) kam auch ich zum Nachdenken. Und es ist wahr. Wir alle sind - wenn man die Frage nach der Schuld stellt - in der Tat schuldig. Schuldig uns auf diese Macht Geld eingelassen zu haben. Denn ob man es hat oder nicht (das Geld), man ist davon abhängig, ob man es glaubt oder nicht. Da macht es rein phillosophisch keinen Unterschied ob man von viel oder wenig Geld abhängig ist.
    Und Petra über mir hat ihren Weg gefunden, das wiederum finde ich ganz toll.
    Und so habt ihr beide recht. :-)

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    1. Hey,
      es ist tatsächlich ein Thema, das man noch ganz ausführlich beschreiben kann, aber es sollte genug Raum zum Denken bleiben, damit sich jeder Mensch seine eigene Meinung dazu bilden kann. :-)
      Die Abhängigkeit von Geld stört ja viele Menschen nicht, im Gegenteil. Aber wenn man es mal nicht hat, dann muss man sich andere Möglichkeiten und Alternativen im Leben überlegen.
      Vielen Dank für deinen Kommentar. :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  3. Hi Danny, hm vielleicht klappt es nicht, weil du Pixum nicht geliket hast? Das muss nämlich leider zum Abstimmen. Dann auf Fotos des Monats -> Galerie. Mein Foto ist das hier: https://tm.247grad.de/contest/30753/File/contest?id=ed51ff0c-7b16-4bd1-ae72-037e2ba7735a.jpg
    Aber du kannst in der Suche auch "Maren" eingeben und müsstest mich darüber auch finden.

    Danke für deine Unterstützung :)
    Liebe Grüße, Maren

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    1. Hey Maren,
      ich hab´s schon geschafft und dein Foto unterstützt. Ich halte dir die Daumen, das Wasserfall-Bild ist dir wunderbar gelungen. Viel Glück. :_)
      Liebe Grüße
      Danny

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  4. Sehr gut geschriebener Text, da denke ich auch oft drüber nach ..
    Alles Liebe,
    Fee von Floral Fascination

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    1. Hey,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ein wenig Nachdenken hat noch niemandem geschadet, auch mir nicht :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  5. Lieber Danny,
    wieder mal ein Text zum Nachdenken... Ja, das liebe Geld! Oft habe ich mir auch schon überlegt, wie es wohl wäre nicht immer aufpassen zu müssen, dass das Geld reicht. Das ganze Leben lang ist es immer ein Hin- und Herjonglieren, dabei geht es uns wirklich nicht schlecht, eigentlich sogar gut, je nach Betrachtungsweise...Nur die Abhängigkeit vom Geld ärgert mich. Oft verdrängt man es, aber es bleibt trotzdem allgegenwärtig...Auf das Glück hat es gottseidank für mich keinen Einfluss, das hängt bei mir von anderen Dingen ab...ich brauche nicht immer alles und unbegrenzt!

    Liebe Grüße
    Petra

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    1. Hi Petra,
      du hast schon recht, auf das Glück hat es keinen Einfluss. Es hat aber lange genug gedauert, bis ich das auch kapiert habe. Mittlerweile weiß ich das aber schon länger. Das Geld hat aber leider die schlechte Eigenschaft, die Menschen um einen herum ganz gut zu kontrollieren. Viele Menschen sind irgendwie lieber vom Geld abhängig als von anderen Menschen. Auch wenn sie sich dann unabhängig fühlen...mir geht es auch gut, schließlich habe ich mit oder ohne viel Geld genug Möglichkeiten, das zu machen, was mir Spaß macht. Zum Glück haben mir meine Eltern die vielen Möglichkeiten gezeigt, die ich habe...und viele habe ich auch selbst gefunden :-)
      Dankeschön für deinen Kommentar dazu.
      Liebe Grüße
      Danny

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