Sonntag, 25. Januar 2015

Das Kind in mir


Das Kind in mir möchte spielen. Es möchte mit dem Leben meines erwachsenen Ichs spielen. Warum eigentlich nicht? Es kann nicht mehr passieren, als dass ich Spaß daran habe. Ich möchte hinausgehen und aus dem neu gefallenen Schnee einen Schneeball formen und diesen so weit wie möglich werfen. Ich möchte das, was mir gefällt einfach auf Foto festhalten, auch wenn es sonst niemandem gefällt. Ich möchte Musik hören und laut mitsingen, anstatt dabei ruhig zu bleiben. Ich möchte ein Bild in ganz vielen bunten Farben malen, einfach etwas, das auch meinem Kopf stammt und sonst überhaupt keinen Sinn ergibt.

Ich möchte lieber in einem kleinen Chaos leben, anstatt alles geordnet zu haben. Ich möchte hin und wieder Überraschendes machen, einfach etwas lustiges, was man sonst nicht erwarten würde. Ich möchte nicht jeden Tag den gleichen Ablauf haben und meine bunte Welt in Graustufen absinken lassen. Manchmal möchte ich mich langweilen, meistens aber nicht. Ich möchte einfach das machen, worauf ich gerade Lust habe. Ohne lange darüber nachzudenken.

Das Schöne ist, all das mache ich auch. Nicht zu jeder Zeit, aber so oft es mir möglich ist nütze ich die Gelegenheit, ein Kind zu sein. Ich habe das Recht, als erwachsener Mensch, so oft Kind zu sein, wie ich will. Erwachsen sein bedeutet Kind sein, mit der Weisheit, dem Wissen und den Erfahrungen eines erwachsenen Menschen. Um ehrlich zu sein, kostet es einfach viel zu viel gute Energie, ständig erwachsen zu sein. Das lange Nachdenken, bevor man etwas sagt oder bevor man handelt, kostet sehr viel Kraft. Ich kann nicht einfach immer das sagen, was andere Menschen von mir erwarten oder hören möchten.

Ich habe weder die Zeit noch die Kraft, die Erwartungen anderer erwachsener Menschen zu erfüllen. Es wird also öfter vorkommen, einige Menschen zu enttäuschen, wenn ich Erwartungen nicht erfüllen kann oder will. Ich bin aber nicht derjenige, der diese Menschen enttäuscht, sie enttäuschen sich selbst, indem sie von anderen Menschen etwas erwarten. Ich bin lieber Kind und mache das, was meinem Leben gut tut und wenn ich mich wohl dabei fühle und lächeln kann, dann habe ich die richtige Entscheidung getroffen.

Das Kind in mir wird sich noch oft in mir melden und sagen: Hey, das machen wir jetzt, das wird Spaß machen. Also los… :-)

Kommentare:

  1. Ich muss dir mal wieder Recht geben - ich stimme wirklich jedem Wort zu. Das ist mal wieder ein sehr inspirierender Text, richtig gut geschrieben und die Botschaft ist wichtig. Vor allem zum (vor-)letzten Absatz muss ich aber noch was loswerden: Ich denke, dass die Menschen gerne enttäuscht sein können. Es ist auch ihr gutes Recht, Erwartungen zu haben. Aber wenn man in Regenpfützen springen will, wenn man Schneebälle werfen will, wenn man egal was tun möchte - man sollte es tun. Sonst ist man Ende von sich selbst enttäuscht. Und es ist viel wichtiger, das zu vermeiden, als auf den Wunsch aller anderen einzugehen.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich dir noch,
    Casey

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    1. Hey Casey,
      stimmt, von sich selbst enttäuscht zu sein sollte man vermeiden. Natürlich darf jeder Erwartungen haben, jedoch ist eine Enttäuschung nicht die Schuld jenes Menschen, von dem etwas erwartet wurde. Mann kann hundert Mal alle Erwartungen erfüllen, dann ist alles in bester Ordnung. Erfüllt man die Erwartung beim hundertersten Mal aber nicht, was ist dann? Menschen sind eben keinen persönlichen Erwartungserfüller, sie leben ihr Leben und verändern es immer wieder wie es ihnen gut tut. Ganz einfach weil es ihnen Freude macht, ohne Rücksicht auf Erwartungen.
      Das Kind im Menschen macht eben was es will. :-)
      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, es ist immer wieder schön, von dir zu lesen. :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  2. Guten Morgen Danny,
    Allen kann man es eh' nie recht machen, dafür sind die Menschen & ihre Ansprüche an das Leben viel zu unterschiedlich …
    Schön, wenn Du den Luxus hast nicht immer auf all' die blöden Umstände des Lebens Rücksicht nehmen zu müssen! Ich gehöre ja auch zu den Glückskindern, die sich häufiger mal einfach aus dem Alltagstrott ausklinken können ;-)
    Ich wünsche Dir einen farbenfrohen und erlebnisreichen Tag.
    VG Silke

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    1. Hallo Silke,
      zum Glück sind die Menschen so unterschiedlich. Und von Luxus ist keine Rede, gerade die Umstände des Lebens bringen mich dazu, immer wieder das Kind in mir rauszulassen. Schlechte Zeiten hatte ich genug, und das für eine lange Zeit. Wir haben zum Glück jetzt sehr viele Kinder in unserer Familie, im Alter zwischen 20 Monaten und 15 Jahren. Und ich liebe es, mich mit den Kindern zu beschäftigen. Auch das ist für mich Anlass, Spaß am Leben zu haben. Da ich auch wirklich sehr schlechte Zeiten kenne, leiste ich mir das einfach. Natürlich geht das nicht immer, aber solche Momente sind schöner, wenn sie ab und zu passieren denke ich. :-)
      Ich finde es auch schön, dass du zu den Glückskindern gehörst, die sich auch mal eine schöne Zeit machen können. Hast du dir bestimmt verdient. :-)
      Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend und noch eine ganz tolle restliche Woche.
      Liebe Grüße
      Danny

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    2. Doch, ist finde schon, dass es ein besonderer Luxus ist, wenn man es sich leistet trotz des eigenen Umfeldes in bestimmten Bereichen ganz bewusst gegen den Strom zu schwimmen. Denn so manches mal geht man dann schon das Risiko ein nicht mehr der/die richtige für einen bestimmten Job zu sein. Oder auch von Freunden und besonders gern von den Verwandten für dieses Verhalten abgemahnt zu werden bzw. es wird nur noch hinterrücks getratscht und sie gehen auf Abstand. Kindliches Verhalten ist eben meist nur bei Kindern bis zu einem bestimmten Alter erwünscht und soooo niedlich. Und 'das Kind im Manne' bei seinen Hobbys wird im Idealfall noch schmunzelnd zur Kenntnis genommen. Ich kenne das zur Genüge durch unsere Bärenwelten, wie da hinterrücks geredet bzw. über uns gedacht wird. Und trotzdem stelle ich fest, dass so ein zeitweiliges Abtauchen in abgedrehte Ideenwelten verdammt gut tut, und eine Menge Spass mit sich bringt. Als im letzten Jahr aus diversen Gründen kaum Zeit dafür vorhanden war, da fehlte meinem Mann und mir wirklich was im Leben …
      LG Silke

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  3. ein schöner post und text! ich glaube es ist wichtig sich ein bisschen kind in sich zu behalten und sich wohl zu fühlen mit seinen entscheidungen :)

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    1. Hi Lilly,
      Dankeschön. Man kann das Kind in sich selbst nicht immer zurückhalten. In vielen Situationen schon, aber wenn es raus möchte und die Gelegenheit passt, dann lasse ich es auch raus. :-)
      Und man sollte sich mit seinen Entscheidungen wohl fühlen, sehr richtig.
      Liebe Grüße
      Danny

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  4. Hallo Danny,
    wieder ein toller Post - das Kind in einem selbst sollte man viel öfters rauslassen!!!

    Liebe Grüße
    Petra

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