Montag, 12. Januar 2015

Viel Platz im Kopf


Ein Moment der Stille. Ruhe für Geist und Körper, nur unterbrochen durch die Bilder und Geräusche meiner eigenen Gedanken. Sie rufen Gefühle hervor, es sind aber eher neutrale Emotionen. Warum gerade jetzt, wo ich meinen Kopf frei von allen Gedanken haben wollte, mir war danach, einfach einmal an absolut nichts zu denken. Für einen kurzen Moment wollte ich, dass mein Kopf leer ist. Gescheitert, auf der Suche nach der absoluten Ruhe. 

Obwohl ich weiß, dass es nichts Perfektes oder Absolutes auf dieser Welt gibt, will ich es trotzdem für einen kurzen Moment haben. Aber warum sollte das gerade in meinem Kopf funktionieren? So schwirren also viele Gedanken durch meinen Kopf, ohne Anfang und ohne Ende, Bilder, die ich bei Spaziergängen hatte, obwohl diese nichts Besonderes waren. Kurze Bilder von Menschen, meinen Schuhen, einer Kerze oder nur von Wolken. Einfach sinnlos und ohne Zusammenhang. Und ich habe keine Ahnung, warum ich gerade daran denke. Wollte ich ja gar nicht.

Es sind noch sehr viel mehr Bilder im Kopf und trotz dieser vielen Gedanken, die ich gerade habe, weiß ich, dass ich noch sehr viel Platz in meinem Kopf habe. Für viele andere Gedanken, Erlebnisse, Menschen und Bilder. Trotz der Fülle meiner Gedanken ist noch eine große Leere da, für weitere Erinnerungen und Erfahrungen. Abschalten kann ich meinen Kopf nicht und wie ich schon so oft festgestellt habe, kann ich auch Erlebnisse und Erinnerungen, die mir unwichtig sind, auch nicht verhindern. Sie sammeln sich trotzdem an einem Platz in meinen Gedanken. Auch wenn ich lange nicht daran denke, irgendwann sind sie wieder da, zum Beispiel wenn ich gerade an Nichts denken will.

Das Schöne ist aber, wenn ich mich an Momente des Lebens erinnern möchte, die mir wirklich wichtig sind, dann kann ich das auch. Auch wenn ich das Gefühl habe, vieles schon vergessen zu haben. Die Erinnerungen sind da und sie werden immer deutlicher, je mehr ich mich mit ihnen beschäftige. Aber wenn ich mich damit beschäftige, meinen Kopf leer zu bekommen, dann klappt das nicht. Ganz egal, wie sehr ich mich entspanne. Es klappt nicht. Und so finde ich mich einfach damit ab, dass meine Gedanken immer in Bewegung sind, keine Pause, kein Anfang und kein Ende, alles durcheinander und mittendrin. Wie wird es in meinem Kopf erst aussehen, wenn ich den leeren Platz mit weiteren solchen Gedanken fülle? Darauf freue ich mich schon... :-)

Kommentare:

  1. So ist es wohl. Erst wenn man zur Ruhe kommt, hört man die Stimmen im Innern umso lauter.
    Ich hab vor kurzem gelesen, dass eine kleine Übung da etwas helfen soll. Auch gut wenn man schlafen will. ;)
    Man nimmt ein Wort, welches ausschließlich aus Vokalen besteht, und konzentriert sich darauf. Dadurch, dass dieses Wort keine Bedeutung hat, schweift man nicht ab, bzw. kommt zu anderen Gedanken. ;)

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    1. Hi,
      ich danke dir für die Idee mit der kleinen Übung. Das versuche ich gerne, hört sich jedenfalls für mich so an als könnte es funktionieren. :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  2. Ich finde Du hast Deine Gedanken wirklich gut in Worte gefasst, so was kann echt schwer sein.
    Wer wünscht sich nicht manchmal Ruhe im Kopf... Manchmal fühlt sich mein Kopf an als würde er gleich platzen, vor lauter Gedanken an die man gar nicht denken möchte, da wünsch ich mir immer mal wieder ein mal aus meinem Körper rauszukommen und an gar nichts zu denken, einfach schwerelos sein ohne Körper, danach muss man unglaublich ausgeruht sein.
    Zur Zeit treibe ich viel Sport und das hat in mir in etwa die Wirkung der Schwerelosigkeit, man vergisst einen kurzen Zeitraum vieles um sich herum. Gerade heute ist etwas schreckliches in meinem Umfeld passiert an das ich ohne Pause denken muss, da kommt mir der Sport erst recht gut.
    Liebe grüße,
    Jone
    www.jone-lala.blogspot.de

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    1. Hi,
      vielen Dank. Wenn ich für kurze Zeit wirklich ausgeruht bin, dann versuche ich einen leeren Kopf zu bekommen, aber es gelingt eben nicht. Da ist es mir lieber, ich denke an etwas, was ich wirklich denken möchte. Aber ich habe einen Tipp bekommen, der ganz gut funktionieren könnte.:-) Ich weiß nicht was in deinem Umfeld passiert ist, aber da kommt man ja noch sehr viel mehr zum Nachdenken. Ganz besonders über sich selbst. Sport ist da wirklich ein guter Ausgleich. Wenn möglich auch noch Musik ins Ohr.
      Dankeschön für deine Worte. :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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  3. Wirklich toller Text - mir geht es total oft so. Mein Kopf ist nie leer, selbst wenn ich glaube, dass ich an nichts denke, rattert es im Hinterkopf. Und rattert, und rattert und rattert. Einfach so.

    Besonders zwei Stellen finde ich gut:
    Obwohl ich weiß, dass es nichts Perfektes oder Absolutes auf dieser Welt gibt, will ich es trotzdem für einen kurzen Moment haben. - stimme dem zu. Man strebt irgendwie immer danach, dass alles 100-%-ig ist, obwohl das unmöglich ist.

    Und so finde ich mich einfach damit ab, dass meine Gedanken immer in Bewegung sind, keine Pause, kein Anfang und kein Ende, alles durcheinander und mittendrin. - Das kann ich so gut nachvollziehen. Es beschreibt einfach wahnsinnig gut, wie es mir zurzeit geht. Toller Satz!

    Liebe Grüße nach Wien, und ich wünsch schon mal ein schönes Wochenende,
    Casey

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    1. Hi Casey,
      ich bin wohl mit meinem verwirrenden Gedanken nicht ganz alleine :-)
      Und es ist schön, auch mal zitiert zu werden. Vielleicht kannst ja du deine Gedanken besser ordnen als ich. Oder haben wir schon gelernt das ungeordnete Chaos im Kopf als Ordnung zu erkennen? Und so werden sich die Gedanken immer weiter bewegen...ich finde den Tipp für ein wenig Ruhe im Kopf von Fr. Zyx sehr gut. :-)
      Liebe Grüße
      Danny

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